Abwasserbehandlung

Für die Abwasserbehandlung sind derzeit vier zentrale Kläranlagen mit einem Einwohnergleichwert von insgesamt 120.000 und ein Kanalnetz mit einer Länge von 487 (2015) Kilometern in Betrieb. Der Anschlussgrad an das Kanalnetz beträgt derzeit 93% (2015) und 74% an zentrale Kläranalgen.

abwasserbehandlung_filterelemente_k.jpg, 9,0kB Kläranlagen sind für die Rückgewinnung sauberen Wassers, das dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt wird, unverzichtbar. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Gewässerschutz, denn jeder Fluss oder See bleibt so als intakter Lebensraum erhalten. Menschliche Eingriffe, wie beispielsweise das Einleiten von Abwasser, stören das Leben in einem Biotop. Deshalb muss eine Kläranlage das Wasser soweit von Schmutzstoffen befreien, dass dem Gewässer die Fähigkeit erhalten bleibt, sich zu regenerieren. Ist ein Gewässer jedoch infolge der Einleitung ungereinigten oder nicht genügend geklärten Abwassers gestört, besteht das Vermögen zur Reinigung nicht mehr in ausreichendem Maße.

abwasserbehandlung_filtration_k.jpg, 9,0kB Die Abwassertechnik bedient sich bei der Reinigung bestimmter physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse, die in den Kläranlagen mehr oder weniger kombiniert angewendet werden. Die Abwasserreinigung lässt sich grob in drei aufeinanderfolgende Stufen einteilen: Die erste Reinigungsstufe behandelt das Abwasser mechanisch, die zweite biologisch. Bei der dritten Stufe findet eine weitergehende Behandlung - speziell zur Eliminierung von Phosphat- und Stickstoffverbindungen - statt.

Im Abwasser vorkommende feste Stoffe reichen in ihrem Größenverhältnis von zentimetergroßen Sperrstoffen bis zu halbgelöstem und gelöstem Schmutz unterhalb der Sichtbarkeitsgrenze eines Mikroskops. Darüber hinaus enthält jedes Abwasser eine große Zahl winziger Lebewesen, vor allem Bakterien.

Die moderne Oberhofer Kläranlage entsorgt Abwasser umweltfreundlich und verringert die Belastung der Lütsche. Die Kläranlagen Suhl, Zella-Mehlis und Oberhof wurden und werden durch das Land Thüringen bei Investitionserweiterungen und Neubau bis zu 80% gefördert.

abwasserbehandlung_klaeranlage_suhl_k.jpg, 9,0kB Die erforderlichen Arbeiten zur Sanierung der Kläranlage Suhl erfolgten von 1999 bis 2003. Die neue Anlage hat eine Kapazität von 80.000 Einwohnergleichwerten. Durch die Ergänzung des Entsorgungsprozesses um eine dritte Reinigungsstufe wurde die Qualität des geklärten Wassers wesentlich verbessert und so eine Verminderung des Schadstoffeintrages in die Hasel erreicht und die EU-Norm erfüllt. Darüberhinaus hat sich damit der Stadt Suhl die Möglichkeit eröffnet, sich auszudehnen und ihre Gewerbegebiete zu erweitern.

Zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurde im Jahr 2010 mit dem Bau einer Phosphatfiltrationsanlage und eines Blockheizkraftwerk auf der Kläranlage Suhl begonnen. Im August 2011 wurde die Anlage in Betrieb genommen.

Damit wurde einerseits eine umwelttechnische Verbesserung in Bezug auf den Gewässerschutz erreicht, nämlich eine Senkung der Phosphatablauffrachten in die Hasel. Andererseits dient das neue Blockheizkraftwerk der vollständigen Nutzung des anfallenden Methangases (etwa 900 m³ täglich), um damit den Bedarf an Strom zu etwa 30% abzudecken und darüberhinaus den Bezug von Heizöl zu senken.

Dies führt zu einer Entlastung der Umwelt durch geringere Emissionen von Stickstoffoxiden (etwa 260 Tonnen CO2 weniger pro Jahr). Bisher musste das Methangas nämlich ohne weiteren Nutzen abgefackelt werden. Die Investition wurde durch das Land Thüringen mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Die Kläranlage SuhlSuhl – Dietzhausen ist heute eine der modernsten und leistungsstärksten Kläranlagen Thüringens.